Milchbauern erhielten Morddrohungen

Der Milchboykott ist vorerst aufgelöst u.a. nachdem Lidl angekündigt hat, den Milchbauern auf Trinkmilch höhere Preise zu zahlen. Im Gegenzug wird Lidl ab heute dem Kunden 10 Cent pro Liter Milch und 20 Cent für 250g Butter mehr abnehmen.
Die Bauern sind aber nicht geschlossen zufrieden: Zum einen wurden Bauern, die sich nicht an dem Milchboykott beteiligen wollte massiv unter Druck gesetzt, was sogar bishin zu Morddrohungen reichte. Zum anderen könnte der Lieferstopp zum Bumerang werden. Denn bei Verlusten von bis zu 500 Euro pro Tag und Betrieb, hätte der Boykott zu deutlich höheren Milchpreisen führen müssen, um die Ausfälle aufzufangen.
Letztendlich war das Problem mit unwirtschaftlichen Milchpreisen für die Bauern grundlegend selbstgemacht: Nachdem der Milchpreis im letzten Jahr aufgrund erhöhter Nachfrage massiv gestiegen war, sahen sich viele Bauern dazu verleitet, zusätzliche Milchkühe anzuschaffen.
Deutsche Landwirte mussten im vergangenen Jahr 75 Millionen Euro Strafe bezahlen, weil sie ihr Milchkontingent überschritten. Bei bis zu 45 Cent pro Liter lohnte sich die Überproduktion aber sogar trotz Strafe.
Die Folge waren allerdings sinkende Preise. “Eine freiwillige Verringerung der Anlieferung wäre der intelligentere Boykott gewesen”, sagt deshalb Christoph Lodermeier vom Verband der Milcherzeuger in Bayern.
